《Vera - Ein Abentuer ins Ungewisse [German]》Kapitel 48: Verlierer
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Ich wittere initial eine Finte. Für einen Zauber mit solch einer langen Wirkzeit zu gehen erscheint mir nicht besonders klug. Vielleicht liege ich aber auch komplett falsch. Möglicherweise ähnelt ihre nächste Fertigkeit auch nur in der Entstehung der mir bereits bekannten Todeskugel. Wer weiß schon, ob das System die junge Feuermagierin nicht doch noch mit einer dritten, offensiven Waffe ausgestattet hat. Wie sich aber nach der nächsten, zerstörten Flamme herausstellt, scheint Annabell das aber tatsächlich Ernst zu meinen: “Sie können jederzeit aufgeben Herr Lang. Es haben schon bessere Magier im Anblick meines Könnens kapitulieren müssen.” Ich runzle die Stirn und beginne den nächsten Manabolzen zu wirken. Wenn dieses “Können” ausreicht um zu den fünf Besten aus ihrer Klasse zu gehören, dann sollte sich die Magierakademie ernsthafte Sorgen machen.
Ich warte geduldig auf die Fertigstellung von Annabells Zauber. Kurz darauf fliegt die lodernde Kugel auf mich zu. Das Geburtstagskind hat nicht mal daran gedacht, dass Projektil aus einem anderen Winkel zu schießen. Normalerweise ist es enorm schwierig fliegende Geschosse zu treffen. Ein Pfeil ist zum Beispiel relativ klein und ziemlich schnell. Aktuell brauche ich schon eine Menge Glück um so ein Projektil erfolgreich blocken zu können. Doch die brennende Kugel ist kein Pfeil. Sie ist stattdessen groß und eher moderat unterwegs. Mit einer kurzen Verzögerung schicke ich ihr meinen Manabolzen entgegen. Beide Zauber kollidieren in einer grellen Explosion und reissen im Zuge dessen die verbliebene Flammenfalle mit sich. Die entstandene Hitzewelle reicht zum Glück nicht aus um mir Schaden zuzufügen. So ein Ende wäre mehr als nur ein wenig peinlich gewesen.
Der aufgewirbelte Staub gibt mir genug Zeit um meinen nächsten Zauber zu wirken. Es wird Zeit endlich in die Offensive überzugehen. Im Laufschritt stürme ich durch die Deckung auf die Magierin zu. Annabell scheint überrascht von meinem Vorgehen zu sein. Offenbar braucht sie noch einen Moment um sich von dieser äußerst vorhersehbaren Entwicklung der Ereignisse zu erholen. Endlich in einer vernünftigen Zauberreichweite angekommen, feuere ich unverzüglich meinen Manabolzen ab. Die Tochter des Barons schafft es gerade noch so auszuweichen. Ich zeige mich wenig beeindruckt und zaubere den selben Zauber wieder und wieder. Eine Tatsache, welche weder bei meiner Gegnerin, noch bei Teilen des Publikums gut ankommt.
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Was für eine elende Heuchelei. Ich habe mir dieses immerhin Duell nicht ausgesucht. Auch wenn ich nicht mehr glaube, dass Annabell eine echte Chance hat, sagt mein Sieg wenig über ihre Fähigkeiten aus. Magier brillieren vor allem in Kombination mit anderen Klassen. In einem Zweikampf geht es allerdings einfach nur darum, wer den Zauber mit der kürzeren Wirkzeit kennt. Die Schadensmenge spielt aufgrund der niedrigen Lebenspunkte gar keine Rolle. Wenn der Gegenüber keinen Konter parat hat oder der Fertigkeit ausweichen kann, stirbt er. Da Magier aber stehen bleiben müssen um einen Zauber zu wirken, ist Weglaufen nur eine vorübergehende Lösung. Was bringen dir tausende Punkte in Intelligenz und ein bodenloser Vorrat an Mana, wenn du nicht einen Zauber aufs Feld kriegst?
Annabell schafft es trotz ihres Kleides zwei weiteren Manabolzen zu entgehen. Auch wehrt sie drei der Kugeln mit der gleichen Fertigkeit ab. Ehrlicherweise ist das bereits mehr, als ich ihr zugetraut hätte. Allerdings brauchen wir gleich lang um den Zauber erneut zu erzeugen, was ihr wenig hilft. Das sie sich im Anbetracht des Kampfverlaufs überhaupt noch wehren kann, ist überhaupt ziemlich merkwürdig. Ich rate hier zwar nur, aber diese geworfenen Flammen haben optimistisch geschätzt jeweils 10 Mana gekostet. Die Todeskugel wird wohl irgendwo in der Kategorie des Wurzelfeldes mitspielen, weshalb wir insgesamt wohl bei um die 220 Mana liegen dürften. Das die Tochter des Barons über einen höheren Intelligenzwert verfügt ist offensichtlich und keine große Sache. Gleichzeitig aber auch noch über deutlich mehr Weisheit zu verfügen ist schlichtweg unmöglich. Was bedeutet, dass die junge Frau trickst.
Da ihr niemand von außerhalb der Arena helfen kann, kommt der überraschende Manaschub wahrscheinlich von einem verzauberten Gegenstand. Die Möglichkeiten sind vielseitig. Es könnte alles von ihrem Zauberstab, über das Kleid, bis hin zu ihrer Halskette sein. Aber auch dieser Vorteil scheint aufgebraucht zu sein. Ansonsten würde sie sich ja kaum mit gelegentlichen Beleidigungen oder dem Zaubern eines Manabolzens begnügen. Wenn sie außerhalb meiner Reichweite kommen könnte ergeben sich sicherlich ebenfalls noch Möglichkeiten, aber eine ovale Arena bietet nunmal nur begrenzt Platz.
Mein nächster Zauber findet endlich sein Ziel, liefert aber nicht das gewünschte Ergebnis. Um Annabell befindet sich plötzlich ein gräuliches Schild, welches mein Projektil einfach verschluckt. Das ist mal etwas Neues. Ich feuere erneut einen Manabolzen, welcher genauso verschwindet wie sein Vorgänger. Wie überaus mysteriös. Ob meine Pflockfalle gegen so etwas funktionieren würde? Ich vermute mal eher nicht. Außerdem möchte ich diese Trumpfkarte nur sehr ungern preisgeben. Dieses Schild ist definitiv keine Fertigkeit einer Rang 1 Magiern. Gleich zwei verzauberte Gegenstände gegen mich zu verwenden ist ziemlich ernüchternd. Vielleicht kann ich es einfach abwarten? Diese Art von Fertigkeit hält für gewöhnlich nur eine gewisse Zeit. Alternativ benötigt der Zauber kontinuierlich Mana, von welchem Annabell nicht mehr viel übrig haben dürfte.
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Beim Anblick der Feuermagiern fällt mir aber auf, dass ich ein Idiot bin. Die Frau sieht ernsthaft verängstigt aus. Ich weiß wie Todesangst aussieht und sich diese lähmende Kälte anfühlt. So etwas kann man nicht schauspielern. Was mache ich hier eigentlich? Versuche ich gerade ernsthaft eine Vierzehnjährige in Grund und Boden zu stampfen? Alles nur wegen ein paar beschissenen Provokationen? Ich realisiere schließlich, dass am Ende des Tages keiner von uns dieses Duell gewonnen hat. “Ich gebe auf”, gebe ich laut und deutlich kund.
Der bläuliche Dom um die Arena zerbricht. Auf der Tribüne macht sich unmittelbar Verwirrung breit. Herr Lester richtet als erstes das Wort an mich: “Darf ich sie nach dem Grund ihrer Aufgabe fragen?” “Ich glaube nicht mit meinen restlichen Manareserven durch das Schild ihrer Tochter kommen zu können. Dieser Weg ist sicherlicher für alle Beteiligten besser, als unnötig auf das Zeitlimit zu warten. Frau Lester war mir mit diesem Ass im Ärmel einfach einen Schritt voraus.” Der Baron scheint für einen Moment über meine Worte nachzudenken. Schließlich fängt der mächtigste Mann der Stadt an in die Hände zu klatschen. Die restlichen Gäste stimmen unvermittelt in den respektvollen Beifall ein.
Es ist der Morgen des nächsten Tages. Gespannt schaue ich Marco dabei zu, wie er in seinem Büro auf und ab wandert. Nach meiner “Niederlage” gegen Annabell hat mich der Bogenschütze diskret dazu aufgefordert, meinen Arsch schnellstmöglich nach Hause zu befördern. Eine Anweisung, welche ich nur zu gern ausgeführt habe. Meine Geschichte mag zwar für die normalen Gäste überzeugend gewesen sein, jedoch haben mir meine Magierkollegen wissende Blicke geschenkt. Auch einige der Abenteurer sahen mehr als nur ein wenig skeptisch aus. Ich weiß nicht genau, was sie glauben zu wissen, aber das mit dem “möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen” hat nicht so gut funktioniert.
“Hast du eigentlich eine Ahnung, wieviel der Sira-Gilde dein gestriges Verhalten gekostet hat?”, fragt mich Marco ohne seinen Spaziergang zu unterbrechen. Woher soll ich das bitte wissen? Gedanken lesen gehört offensichtlich nicht zu meinen Fertigkeiten. Allerdings wäre so eine Antwort mehr als nur ein wenig kontraproduktiv, weshalb ich einfach den Schnabel halte. In meiner gut dreimonatigen Zeit in der Gilde habe ich ein paar Sachen verinnerlicht. Es ist zum Beispiel immer ein schlechtes Zeichen wenn der Chef dich früh am morgen sprechen will. In so einer Situation wartet man am Besten einfach auf sein Urteil.
“120.000 Sil,” antworte Marco schließlich auf seine eigene Frage. “Eigentlich hatte mir Herr Lester bereits die Baugenehmigung für zwei Schmieden und ein kleines Lagerhaus zugesichert. Allerdings kam er nach deinem Kindertheater zu meinte, dass das Bauland nun an einen anderen Bieter gehen würde.” Mir werden für einen Moment die Kniee weich. Ich hätte nicht gedacht, dass der Baron ein nachtragender Mensch ist. Was wohl seine Reaktion gewesen wäre, wenn ich Annabell wirklich verletzt hätte? Ich schaudere leicht. Manche Dinge sollten besser unausgesprochen bleiben. “Um also weitere Überraschungen zu vermeiden”, fährt Marco fort, ”möchte ich in den nächsten drei Wochen nicht einmal eine Schuhsohle von dir sehen. Sophie hat einen neuen Auftrag von mir bekommen und ich möchte, dass du ihr dabei unter die Arme greifst. Die genaueren Informationen erfährst du dann von ihr.” Mit dieser unmissverständlichen Botschaft verlasse ich das Büro und beginne meine Suche nach der Kämpferin.
Die Freude der meisten Mitglieder der Sira-Gilder über eine gemeinsame Mission mit der kampflustigen Abenteurerin hält sich zumeist in Grenzen. Solche Aufträge haben laut den Erzählungen eine gewisse Tendenz zu Nahtoderfahrungen. Genau was ich nach dem gestrigen Tag gebraucht habe. Nicht nur habe ich immer noch keine Ahnung was eine elementare Zone ist, ich habe mir auch in der adligen Familie nicht gerade Freunde gemacht. Wie es mit den anderen, hohen Tieren, sowie den restlichen Magiern kann ich auch nur mutmaßen.
Ich atme einmal tief durch. Wie schlimm kann meine neue Mission schon werden?
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